
Tarte aux Myrtilles d’Alsace – Elsässer Heidelbeertarte nach traditionellem Rezept
Es gibt Gerichte, die sind wie eine kleine Zeitreise – und die Tarte aux Myrtilles d’Alsace gehört zweifellos dazu. Wer schon einmal durch die sanften Hügel des Elsass gewandert ist, kennt diesen besonderen Anblick: Wild wachsende Heidelbeersträucher, deren tiefblaue Früchte in der Sommersonne schimmern. In der Region sind Heidelbeeren nicht nur eine Zutat, sondern ein echtes Kulturgut. Schon seit Generationen ziehen Familien in die Wälder, um gemeinsam Beeren zu pflücken, die dann in liebevoll gebackenen Tartes, Konfitüren oder saftigen Kuchen landen.
Ein Stück Elsass auf dem Kuchenteller
Diese Heidelbeertarte ist ein Paradebeispiel für die elsässische Backkunst – einfach in der Zubereitung, aber voller Geschmack und Charakter. Der feine Mürbeteig bietet die perfekte Bühne für die süß-säuerlichen Früchte und die gemahlenen Mandeln verleihen der Tarte einen Hauch von Raffinesse, während es gleichzeitig verhindert, dass der Boden durch den fruchtigen Saft zu weich wird.
Fruchtig, nicht zu süß und wunderbar ausgewogen
Traditionell wird im Elsass bei Festen und Familienfeiern oft eine oder gleich mehrere solcher Tartes gebacken. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sie warm mit einem Klecks Schlagsahne serviert oder kalt aus dem Kühlschrank genießt – jede Variante hat ihren eigenen Charme. In vielen Bäckereien der Region wird die Tarte schon früh am Morgen in den Ofen geschoben, damit sie pünktlich zur Mittagszeit in den Auslagen liegt. Und wer im Sommer durch ein elsässisches Dorf spaziert, wird oft schon von weitem den verlockenden Duft frisch gebackener Tartes wahrnehmen.
Eine Besonderheit dieser Tarte ist die Verwendung von wilden Blaubeeren, die im Französischen „Myrtilles Sauvages“ genannt werden. Diese sind kleiner, intensiver im Geschmack und färben den Teig beim Backen dunkelviolett. Wer keine wilden Blaubeeren findet, kann natürlich auch Kulturheidelbeeren verwenden, doch das Aroma der kleinen Waldbeeren bleibt unerreicht.

Perfekt für Kaffeezeit und Dessert
Das Schöne an diesem Rezept ist, dass es nicht nur im Sommer funktioniert. Dank tiefgefrorener Blaubeeren kann man die Elsässer Heidelbeertarte das ganze Jahr über genießen – ein kleiner Vorgeschmack auf den Sommer, selbst wenn draußen Schneeflocken fallen. So wird die Tarte nicht nur zum Highlight eines Picknicks, sondern auch zu einem tröstlichen Wintergebäck, das Wärme und Geborgenheit schenkt.
Und vielleicht ist genau das der Zauber dieser Tarte: Sie verbindet uns mit der Natur, mit alten Traditionen und mit dem Gefühl, etwas Besonderes zu teilen. Ob als liebevolle Überraschung für Gäste, als süße Belohnung nach einem langen Tag oder als Mittelpunkt einer festlich gedeckten Kaffeetafel – die Tarte aux Myrtilles d’Alsace bringt ein Stück Elsass direkt zu euch nach Hause.
Unser Reisetipp für das Elsass
Wer die Tarte einmal an ihrem vielleicht schönsten Platz genießen möchte, sollte den Lac Noir besuchen – einen idyllisch gelegenen Bergsee in den Vogesen in der Nähe von Colmar. Direkt am Ufer lädt ein kleines Restaurant dazu ein, sich nach einer Wanderung mit einem Stück frisch gebackener Elsässer Heidelbeertarte zu belohnen. Mit Blick auf das klare Wasser und die umliegenden Wälder schmeckt die Tarte hier fast noch ein bisschen besser, als man sie zu Hause nachbacken könnte.
Tarte aux Myrtilles – Das Original-Rezept für Elsässer Heidelbeertarte
- Gesamtzeit: 1 Std. 30 Min.
- Portionen: 6 1x
- Ernährungsform: Vegetarian
Beschreibung
Rezept für original Tarte aux Myrtilles d’Alsace – Fruchtig, knusprig und unwiderstehlich lecker wie im Herzen des Elsass.
Zutaten
Für den Mürbeteig:
- 250 g Weizenmehl Typ 550
- 100 g Butter
- 60 ml kaltes Wasser
- 50 g Zucker
- 1 Prise Salz
Für die Garnitur:
- 700 g Myrtilles Sauvage (wilde Blaubeeren)
- 100 g gemahlene Mandeln
- 3 Päckchen Vanillezucker
Zubereitung
- Zutaten: 250 g Weizenmehl Typ 550, 100 g Butter, 60 ml kaltes Wasser, 50 g Zucker, 1 Prise Salz
Mehl, Zucker und Salz in einer großen Schüssel vermischen. Die kalte Butter in kleinen Stückchen dazugeben und mit den Fingerspitzen rasch krümelig verreiben. Wasser hinzufügen und alles zügig zu einem glatten Teig verkneten (nicht zu lange kneten, damit der Teig mürbe bleibt). Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. - Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze (160 °C Umluft) vorheizen. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dünn ausrollen. Eine Tarteform (Ø 26 cm) einfetten oder mit Backpapier auslegen. Teig hineinlegen, Ränder leicht andrücken, überstehenden Teig abschneiden. Den Boden mit Backpapier abdecken, Backerbsen (oder Hülsenfrüchte) zum Blindbacken daraufgeben und 10 Minuten vorbacken.
- Zutaten: 700 g Myrtilles Sauvage, 100 g gemahlene Mandeln, 3 Päckchen Vanillezucker
Den vorgebackenen Boden mit den gemahlenen Mandeln gleichmäßig bestreuen – das saugt den Saft der Beeren auf und verhindert einen matschigen Boden. Blaubeeren gleichmäßig auf dem Boden verteilen. Mit Vanillezucker bestreuen. - Die Tarte im vorgeheizten Ofen etwa 40 Minuten backen, bis die Beeren weich sind und der Rand goldbraun ist. Nach Ablauf der Backzeit die Tarte in der Form abkühlen lassen, dann vorsichtig lösen. Lauwarm oder vollständig abgekühlt genießen – pur, mit Puderzucker bestäubt oder mit einem Klecks Sahne.
Notizen
Für dieses Rezept werden eine Tarteform mit einem Durchmesser von etwa 26 cm sowie Backerbsen zum Blindbacken benötigt.
- Vorbereitungszeit: 40 Min.
- Kochzeit: 50 Min.
- Kategorie: Backen
- Methode: Backen
- Cuisine: Französisch
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Häufig gestellte Fragen (FAQ):
Kann ich auch gefrorene Heidelbeeren für die Tarte verwenden?
Ja, das ist möglich. Wir empfehlen jedoch, die gefrorenen Beeren vorher nicht aufzutauen, sondern direkt auf den Boden zu geben. Damit der Boden durch den austretenden Saft nicht durchweicht, kannst Du die Beeren vorher mit ein wenig Speisestärke vermengen. Beachte, dass sich die Backzeit um etwa 5 bis 10 Minuten verlängern kann.
Wie verhindere ich, dass der Mürbeteigboden durchweicht?
Wir haben dafür einen einfachen Trick: Bestreue den Mürbeteigboden vor dem Belegen mit einer dünnen Schicht aus gemahlenen Mandeln oder Semmelbröseln. Diese wirken wie ein Schutzschild und saugen überschüssigen Fruchtsaft auf, während der Boden knusprig bleibt.
Kann ich den Mürbeteig auch schon am Vortag vorbereiten?
Absolut! Mürbeteig profitiert sogar von einer längeren Ruhezeit. Wir bereiten ihn oft am Abend vorher zu, wickeln ihn in Frischhaltefolie und lassen ihn über Nacht im Kühlschrank. So lässt er sich am nächsten Tag besonders geschmeidig ausrollen.
Kann ich die Tarte auch mit anderen Beeren backen?
Wir finden, dass dieses Rezept hervorragend als Basis für verschiedene Saisonfrüchte funktioniert! Besonders gut eignen sich auch Johannisbeeren oder eine Mischung aus Waldbeeren. Da Johannisbeeren jedoch etwas saurer sind, geben wir in diesem Fall einfach einen Esslöffel mehr Zucker zu den Früchten, um die Balance zu halten.
Wie bewahre ich die Heidelbeertarte am besten auf?
Im Kühlschrank bleibt die Tarte etwa 2 bis 3 Tage frisch. Wir empfehlen jedoch, sie ca. 30 Minuten vor dem Servieren herauszunehmen, damit sich das Aroma der Heidelbeeren und der Buttergeschmack des Teigs wieder voll entfalten können.
Vegane Variante gesucht?
Dieses Rezept könnt ihr problemlos auch in der veganen Variante nachbacken. Detaillierte Anweisungen findet ihr in der Rezeptbeschreibung sowie in unserer Tabelle mit den wichtigsten Ersatzprodukten.







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